Theodor Storm
(* 1817-09-14, † 1888-07-04)
Voller Name: Hans Theodor Woldsen Storm.
Geboren in Husum (Herzogtum Schleswig), gestorben in Hanerau-Hademarschen (bei Rendsburg).
Deutscher Schriftsteller.

Eine Liste der besten Gedichte von Theodor Storm. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne (*) hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil.

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Einordnung

Theodor Storm schrieb Novellen (wie "Der Schimmelreiter") und Gedichte, die oft die irdische Vergänglichkeit sowie norddeutsche Landschaften ähnlich intensiv behandeln wie Theodor Fontane seine märkische Heimat. Für Storm war das Erlebnis das Fundament seiner Gedichte, während er der Gedankenlyrik fernstand.
Die Lyriker Eduard Mörike sowie Friedrich Hebbel zählen zu seinen Vorbildern und der schweizerische Conrad Ferdinand Meyer war einer seiner Zeitgenossen.

 


 

Theodor Storm wurde am 14. September 1817 in Husum geboren. Er war das erste Kind des Justizrats Johann Casimir Storm und dessen Frau, der Patriziertochter Lucie Woldsen. Er hatte fünf Schwestern und einen Bruder.

Storm wuchs in einer bürgerlichen Familie auf; sein Vater war Rechtsanwalt. Nach der Schulzeit studierte er ab 1837 Jura in Kiel und Berlin. Schon früh interessierte er sich für Literatur und sammelte gemeinsam mit den Brüdern Tycho und Theodor Mommsen schleswig-holsteinische Sagen, Lieder und Märchen. 1843 erschien die gemeinsame Sammlung „Liederbuch dreier Freunde“, in der auch frühe Gedichte Storms veröffentlicht wurden. Diese Zeit war für seine dichterische Entwicklung besonders wichtig, weil sich hier bereits seine Vorliebe für volksliedhafte Schlichtheit, Musikalität und melancholische Stimmungen zeigte.

Nach dem Studium arbeitete Storm ab 1942 als Advokat in Husum. Neben seiner beruflichen Tätigkeit schrieb er Gedichte und Novellen. Zu seinen bekanntesten frühen lyrischen Werken gehört „Die Nachtigall“, das um die Mitte der 1840er Jahre entstand und 1852 in der Sammlung „Sommergeschichten und Lieder“ erschien. Das Gedicht verbindet Naturlyrik und Liebesempfinden auf eine für Storm typische, leise und innige Weise.

Im Jahr 1846 heiratete er Constanze Esmarch, mit der er seit 1842 verlobt war. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor.

Eine wichtige Zäsur in seinem Leben war die politische Situation Schleswig-Holsteins. Storm unterstützte die schleswig-holsteinische Bewegung gegen die dänische Herrschaft. Nach dem Scheitern der Erhebung von 1848/49 verlor er seine Stellung in Husum und musste die Heimat verlassen. Von 1853 an lebte er zunächst in Potsdam, später in Heiligenstadt, wo er als Richter arbeitete. Die erzwungene Entfernung von Husum verstärkte seine Sehnsucht nach der Heimat. In diesem Zusammenhang entstand eines seiner berühmtesten Gedichte: „Die Stadt“, vermutlich in den 1850er Jahren geschrieben und 1852/53 im Umfeld seiner frühen Gedichtsammlungen bekannt geworden. Die Zeile „Die Stadt am grauen Meer“ machte Husum literarisch unsterblich. Das Gedicht ist kein romantisches Heimatlob, sondern zeigt eine karge, melancholische Landschaft, die gerade durch ihre Schlichtheit geliebt wird.

Während seiner Zeit in Heiligenstadt entstand auch sein berühmtes Weihnachtsgedicht „Knecht Ruprecht“ - vermutlich im Winter 1862. Ursprünglich sollte das Rollengedicht Teil eines Weihnachtsspiels für seine Kinder sein, das jedoch erst 1993 aus Storms Nachlass von Gerd Eversberg publiziert wurde.

Auch „Meeresstrand“ gehört zu den wichtigen Gedichten Storms. Es entstand aus seiner lebenslangen Nähe zur norddeutschen Küstenlandschaft und wurde später in seinen Gedichtsammlungen des 19. Jahrhunderts verbreitet. Typisch ist die Verbindung von genauer Naturbeobachtung und innerer Stimmung. Ähnlich bedeutsam ist „Abseits“, ein Gedicht, das Einsamkeit, Stille und Naturerfahrung gestaltet. Es erschien in Storms Lyriksammlungen und zeigt besonders deutlich seinen poetisch-realistischen Stil: unspektakuläre Bilder, klare Sprache und tiefe Empfindung.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg konnte Storm 1864 nach Husum zurückkehren und wurde später Amtsrichter. Sein Privatleben war von Glück und Schmerz geprägt. Seine erste Frau Constanze starb 1865; einige Jahre später heiratete er Dorothea Jensen - mit der er bereits um 1850 eine Affäre gehabt hatte. Erfahrungen von Liebe, Verlust und Vergänglichkeit spiegeln sich auch in Gedichten wie „Oktoberlied“, das die herbstliche Stimmung mit dem Bewusstsein der Vergänglichkeit verbindet, und „Über die Heide“, das Natur, Wanderschaft und Melancholie miteinander verknüpft.

Storm gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des poetischen Realismus. Neben seiner Lyrik wurde Storm vor allem für seine Novellen berühmt. Werke wie „Immensee“ (1849), „Der kleine Häwelmann“ (1849), „Pole Poppenspäler“ (1874), „Aquis submersus“ (1876) und besonders „Der Schimmelreiter“ gehören zu den Klassikern deutscher Literatur.

In seinen letzten Lebensjahren lebte Storm in Hademarschen, wo er 1888 „Der Schimmelreiter“ vollendete. Er litt ab 1886 an Magenkrebs. Am 4. Juli 1888 starb er. Seine Grabstätte befindet sich auf dem St.-Jürgen-Friedhof in Husum.





Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen die in dieser Gedichtesammlung vertreten sind.

Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.

Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Theodor Storm. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.