Es rauscht, die gelben Blätter fliegen,

Am Himmel steht ein falber Schein;

Du schauerst leis und drückst dich fester

In deines Mannes Arm hinein.

 

Was nun von Halm zu Halme wandelt,

Was nach den letzten Blumen greift,

Hat heimlich im Vorübergehen

Auch dein geliebtes Haupt gestreift.

 

Doch reißen auch die zarten Fäden,

Die warme Nacht auf Wiesen spann -

Es ist der Sommer nur, der scheidet;

Was geht denn uns der Sommer an!

 

Du legst die Hand an meine Stirne

Und schaust mir prüfend ins Gesicht;

Aus deinen milden Frauenaugen

Bricht gar zu melancholisch Licht.

 

Erlosch auch hier ein Duft, ein Schimmer,

Ein Rätsel, das dich einst bewegt,

Daß du in meine Hand gefangen

Die freie Mädchenhand gelegt?

 

O schaudre nicht! Ob auch unmerklich

Der schönste Sonnenschein verrann -

Es ist der Sommer nur, der scheidet;

Was geht denn uns der Sommer an!


Das Gedicht "Im Herbste" stammt von   (1817 - 1888).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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