Hehle nimmer mit der Wahrheit!

Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue;

Doch, weil Wahrheit eine Perle,

Wirf sie auch nicht vor die Säue.

 

Blüte edelsten Gemütes

Ist die Rücksicht; doch zuzeiten

Sind erfrischend wie Gewitter

Goldne Rücksichtslosigkeiten.

 

Wackrer heimatlicher Grobheit

Setze deine Stirn entgegen;

Artigen Leutseligkeiten

Gehe schweigend aus den Wegen.

 

Wo zum Weib du nicht die Tochter

Wagen würdest zu begehren,

Halte dich zu wert, um gastlich

In dem Hause zu verkehren.

 

Was du immer kannst, zu werden,

Arbeit scheue nicht und Wachen;

Aber hüte deine Seele

Vor dem Karrieremachen.

 

Wenn der Pöbel aller Sorte

Tanzet um die goldnen Kälber,

Halte fest: du hast vom Leben

Doch am Ende nur dich selber.


Das Gedicht "Für meine Söhne" stammt von   (1817 - 1888).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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