Ans Haff nun fliegt die Möwe,

und Dämmrung bricht herein;

über die feuchten Watten

spiegelt der Abendschein.

 

Graues Geflügel huschet

neben dem Wasser her;

wie Träume liegen die Inseln

im Nebel auf dem Meer.

 

Ich höre des gärenden Schlammes

geheimnisvollen Ton,

einsames Vogelrufen -

so war es immer schon.

 

Noch einmal schauert leise

und schweiget dann der Wind;

vernehmlich werden die Stimmen,

die über der Tiefe sind.


Das Gedicht "Meeresstrand" stammt von   (1817 - 1888).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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