Eine Liste / Sammlung schöner Gedichte - moderne und auch Klassiker; sowohl lang als auch kurz.

 

„Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wieviel Pracht in den kleinsten Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.“ [Rainer Maria Rilke]


„Die Wahrheit ist vorhanden für den Weisen, die Schönheit für ein fühlend Herz.“ – Dieses berühmte Zitat stammt aus dem Drama "Don Karlos, Infant von Spanien" (4. Akt, 21. Auftritt) von Friedrich Schiller, wo es vom Marquis von Posa gesprochen wird.


„Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.“ – Christian Morgenstern. Dieses Zitat bringt die tiefe philosophische Haltung des Dichters zum Ausdruck, wonach Schönheit kein rein objektiver Maßstab ist, sondern stark durch unser eigenes Empfinden, unsere Zuwendung und Liebe geprägt wird.


 

Einer sagt
Reiter sind schön.
Ein andrer findet große Kriegsschiffe oder marschierendes Fußvolk schön.

Ich aber nenne schön,
Wonach einer sich sehnt.

Sappho (ca. 630 – ca. 570 v. Chr.) lebte auf der Insel Lesbos und gilt als wichtigste Lyrikerin des antiken Griechenlands. Anakreon nennt sie „die Süßsingende“, Lukian „den honigsüßen Ruhm von Lesbos“, und ein Platon zugeschriebenes Epigramm (Anthologia Palatina IX 506) nennt sie die „zehnte Muse.
Vergleiche auch die Gedichte ihres Zeitgenossen Alkaios von Lesbos.

Sappho

Sappho, Freundin, Träume der Mädchen deine Lieder:
goldne Nägel im Bogentore dieser Nacht,
die dein war und die die unsre ist und unendlich.

Gönnst dem Länderfremden an deines Verses Stufe
eine Zeit, ein Verweilen; sieh, er taumelt fort,
dem Chaos entkommen für den Zug eines Atems.

Johannes Bobrowski war ein deutscher Dichter und Essayist: geboren am 9. April 1917 in Tilsit (heute Sowetsk, im Kaliningrader Gebiet), in Ostpreußen, und starb am 2. September 1965 in Ostberlin.

Das Schönste

Ich flüchte
in dein Zauberzelt
Liebe

Im atmenden Wald
wo Grasspitzen
sich verneigen

weil
es nichts Schöneres gibt

Rose Ausländer (geb. Rose Scherzer am 11. Mai 1901 in Czernowitz, Österreich-Ungarn (heute Czerniwzi, Ukraine); gestorben am 3. Januar 1988 in Düsseldorf), war eine Dichterin deutsch-jüdischer Herkunft.

 

 

Himmlische Gabe

Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht
zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens des Lebens drei Dinge gegeben:
die Hoffnung,
den Schlaf
und das Lachen.

Immanuel Kant (* 1724-04-22, † 1804-02-12) Geboren in Königsberg, gestorben in Königsberg.
Einer der bedeutendsten Philosophen seiner Zeit.
Sein Werk Kritik der reinen Vernunft kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie.

Poesie

Poesie ist eine Literaturform, die mithilfe sprachlicher Bilder das Leben reflektiert und die Gedanken und Gefühle ausdrückt, die Dichter empfunden haben. Manchmal drückt sie die Gefühle des Dichters direkt aus, manchmal implizit. Poetische Gedichte drücken Gefühle durch die Beschreibung von Szenen aus und beschreiben daher den Ablauf und die Ereignisse nicht immer im Detail.
Im Allgemeinen besitzt sie keine abgeschlossene Handlung und beschreibt weder Figuren noch Schauplätze konkret.

Im Gegensatz zur erzählenden Dichtung, die sich durch Präzision und Klarheit auszeichnet, ist poetische Dichtung durch Implizitheit, Subjektivität, Individualität und lyrische Ausdruckskraft gekennzeichnet. Einige Gedichte spiegeln auch die Merkmale ihrer Zeit wider. Diese Gedichtform achtet auf den Reim, und manche verwenden auch Rhythmus und Musikalität.
Lyrische Dichtung reflektiert vor allem die spirituellen Aspekte des gesellschaftlichen Lebens und bewirkt eine ästhetische Transformation der Realität im Bewusstsein, um geistige Klarheit zu erlangen.

 


Alle, die in Schönheit gehn,
werden in Schönheit auferstehn.
Quelle: Rainer Maria Rilke




Du meiner Seele schönster Traum!
Du meiner schönsten Träume Seele!
Du Herz, dem ich mein Heil befehle!
Du Heil, wie ich es ahnte kaum!

Du meines Lebens schönstes Lied!
Du schönes Leben meiner Lieder!
Aus Lied und Leben klingen wieder,
Was deine Liebe mir beschied.

Du meines Lenzes Blüt' und Duft!
Du Lenz, dem reich mein Herz erblühet!
Du Stern, der mir am Himmel glühet,
Mein Himmel du voll Glanz und Luft!

O lass um deine Stirne gern
Der Liebe Glorie mich weben,
Mein Himmel du, mein Lenz, mein Leben!
Mein Heil, o du mein Lied, mein Stern!

Peter Carl August Cornelius (1824 - 1874) war ein deutscher Komponist und Dichter.



Dumme rennen, Kluge warten,
Weise gehen in den Garten.
Rabindranath Tagore (1861 - 1941) indischer Dichter, Philosoph und Nobelpreisträger für Literatur 1913.

 

Schönheit

Schönheit umfasst alle Eigenschaften eines Objekts, wird aber auch von der emotionalen Reaktion des Betrachters beeinflusst. Aufgrund dieser subjektiven Komponente gibt es die Redewendung: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“.

 

Klassische Auffassungen definieren Schönheit als das Verhältnis zwischen dem Ganzen und seinen Teilen: Die Teile sollten in einem stimmigen Verhältnis zueinander stehen, um ein harmonisches Ganzes zu bilden. Hedonistische Auffassungen gehen von einem notwendigen Zusammenhang zwischen Schönheit und Vergnügen aus; die Schönheit eines Objekts liegt demnach darin begründet, dass es unmittelbares Vergnügen bereitet und ist unabhängig von Faktoren wie Interesse oder Nutzen.
Andere Konzepte definieren Schönheit beispielsweise über den Wert eines Objekts oder den Grad der Vorliebe für das Objekt (oder seine Funktion).

 

Schönheit wird gemeinhin mit „konkreten Objekten“ in Verbindung gebracht, die mit den Sinnen wahrgenommen werden können. Man geht mehrheitlich davon aus, dass die Schönheit von Dingen mit ihren sinnlichen Eigenschaften zusammenhängt. Es gibt jedoch auch Argumente dafür, dass abstrakte Dinge (wie Geschichten oder mathematische Beweise) ebenfalls schön sein können.

 

Unter den altgriechischen Substantiven eignet sich "kallos" am besten zur Übersetzung mit „Schönheit“. Kalos kann jedoch auch mit „tugendhaft“ / „gut“ bzw. „von guter Qualität“ übersetzt werden und bezeichnet nicht nur die Schönheit von Objekten oder Materialien.
Die Griechen dachten Schönheit und Güte oft zusammen. Der Begriff Kalokagathia (von kalos und agathos = 'gut, edel, tapfer') beschreibt das Ideal der körperlichen und geistigen Vortrefflichkeit. In der griechischen Philosophie war ein schöner Körper stets auch ein Ausdruck von inneren Werten und moralischer Vollkommenheit. Der Begriff spielt bei Sokrates, etwa in Platons Dialogen, oder mittelbar in Xenophons "Memorabilien" (III, 8) eine große Rolle.
Die Ästhetik der altgriechischen Architektur basiert auf Symmetrie und Proportion.
Friedrich Hölderlin strebte sowohl in Dichtung als auch im realen Leben nach dieser Kalokagathia.

 

Daneben gibt es im altgriechischen auch das Adjektiv "hōra" (abgeleitet von von „Stunde“ oder „Jahreszeit“). Der Begriff steht für saisonale, vergängliche Schönheit – die flüchtige Blütezeit der Jugend oder die „Stunde der höchsten Pracht“.
Das Wort wurde von antiken Dichtern (wie z.B. Sappho) oft verwendet. Umgekehrt bezeichnete man im Griechischen einen vorzeitigen Tod als „ahoros“ – was so viel bedeutet wie „jemand, der starb, bevor seine Stunde gekommen war.“
Schönheit im Griechischen ist also auch mit „dem richtigen Zeitpunkt“ verbunden - also kein dauerhafter, statischer Zustand, sondern ein dynamisches, zeitliches Phänomen. So gilt beispielsweise eine Person dann als schön, wenn sie sich genau in der Lebensphase befindet, in der sie sein sollte – wie ein junger Mensch, der die Kraft der Jugend besitzt, oder ein älterer Mensch, der die Anmut des Alters verkörpert. Der Wunsch eines Mädchens, reifer zu wirken, oder der einer älteren Frau, jünger auszusehen, galt im alltäglichen Griechisch nicht als schön.




 

Glaube und Tat

Was auf das Leben folgt, deckt tiefe Finsternis;
Was uns zu tun geführt, des nur sind wir gewiß.
Dem kann kein Mißgeschick, kein Tod die Hoffnung rauben,
Der glaubt um recht zu tun, recht tut, um froh zu glauben.

Immanuel Kant (* 1724-04-22, † 1804-02-12) Geboren in Königsberg, gestorben in Königsberg.
Einer der bedeutendsten Philosophen seiner Zeit.
Sein Werk Kritik der reinen Vernunft kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie.

Prosodie

In der Linguistik befasst sich die Prosodie mit Elementen der Sprache, die nicht aus einzelnen phonetischen Segmenten (Vokalen und Konsonanten) bestehen, sondern Eigenschaften von Silben und größeren Einheiten der Sprache sind, einschließlich sprachlicher Funktionen wie Intonation, Betonung und Rhythmus.

Die Prosodie kann Merkmale des Sprechers oder einer Äußerung widerspiegeln: ihren emotionalen Zustand; die Form der Äußerung (Aussage, Frage oder Befehl); das Vorhandensein von Ironie oder Sarkasmus; Betonung, Kontrast und Fokus. Sie kann Elemente der Sprache widerspiegeln, die nicht durch die Grammatik oder die Wahl des Vokabulars kodiert sind.

Es gibt keine einheitliche Anzahl von prosodischen Variablen. In auditiver Hinsicht sind die wichtigsten Faktoren:

  • die Tonhöhe der Stimme (zwischen tief und hoch variierend)
  • die Länge der Laute (zwischen kurz und lang)
  • die Lautstärke oder Prominenz (variiert zwischen leise und laut)
  • Klangfarbe oder Stimmqualität (Qualität des Klangs)

In der Akustik entsprechen die obigen Faktoren in etwa den Begriffen:

  • der Grundfrequenz (gemessen in Hertz, oder Zyklen pro Sekunde)
  • Dauer (gemessen in Zeiteinheiten wie Millisekunden oder Sekunden)
  • Intensität oder Schalldruckpegel (gemessen in Dezibel)
  • spektrale Eigenschaften (Verteilung der Energie in verschiedenen Teilen des hörbaren Frequenzbereichs)

 

 

Siehe auch: