Es wird der bleiche tod mit seiner kalten hand

Dir endlich mit der zeit umb deine brüste streichen

Der liebliche corall der lippen wird verbleichen;

Der schultern warmer schnee wird werden kalter sand

 

Der augen süsser blitz / die kräffte deiner hand

Für welchen solches fällt / die werden zeitlich weichen

Das haar / das itzund kan des goldes glantz erreichen

Tilgt endlich tag und jahr als ein gemeines band.

 

Der wohlgesetzte fuß / die lieblichen gebärden

Die werden theils zu staub / theils nichts und nichtig werden

Denn opfert keiner mehr der gottheit deiner pracht.

 

Diß und noch mehr diß muß endlich untergehen

Dein hertze kan allein zu aller zeit bestehen

Dieweil es die natur aus diamant gemacht.


Das Gedicht "Vergänglichkeit der Schönheit" stammt von   (1616 - 1679).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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