Was ist die Welt, und ihr berühmtes gläntzen?

Was ist die Welt und ihre gantze Pracht?

Ein schnöder Schein in kurtzgefasten Grentzen,

Ein schneller Blitz, bey schwarzgewölckter Nacht;

Ein bundtes Feld, da Kummerdisteln grünen;

Ein schön Spital, so voller Kranckheit steckt.

Ein Sclavenhauß, da alle Menschen dienen,

Ein faules Grab, so Alabaster deckt.

 

Das ist der Grund, darauff wir Menschen bauen,

Und was das Fleisch für einen Abgott hält.

Komm Seele, komm, und lerne weiter schauen,

Als sich erstreckt der Zirckel dieser Welt.

Streich ab von dir derselben kurtzes Prangen,

Halt ihre Lust für eine schwere Last.

So wirst du leicht in diesen Port gelangen,

Da Ewigkeit und Schönheit sich umbfast.


Das Gedicht "Die Welt" stammt von   (1616 - 1679).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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