Schläft ein Lied in allen Dingen
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.
Gedichte
Joseph von Eichendorff
Schläft ein Lied in allen Dingen
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.
Das Gedicht "Schläft ein Lied in allen Dingen..." stammt von Joseph von Eichendorff (1788 - 1857).
Alternativer Titel: Wünschelrute
Das Gedicht "Wünschelrute" (1838; Epoche der Spät-Romantik) besteht aus 1er Strophe mit 4 Versen. Das Metrum (Versmaß) ist ein durchgängiger vierhebiger Trochäus mit abwechselnd weiblichen und männlichen Kadenzen. Als Reimschema wird ein Kreuzreim [ab ab] verwendet.
Namensgeber für Eichendorffs Gedicht ist die hölzerne Wünschelrute, ein zumeist Y-förmig gegabeltes Instrument, das in der Hand eines Rutengängers auf Anziehungskräfte oder Ausstrahlungen von Wasseradern, Öl, Erzen, Edelsteine und anderen Materialien reagiert ("ausschlagen"). Das Wünschelrutengehen wird auch als Wahrsagerei angesehen, insbesondere im Hinblick auf die Deutung der Ergebnisse.
Eichendorff nutzt die reale Wünschelrute als Metapher für die Vorstellungskraft und die „Zauberei“ oder „magischen Kräfte“ der Dichtung. Die Beziehung des Dichters zur Natur gleicht der eines Sängers, der nach dem treffenden Wort suchen muss, um den richtigen Ton zu treffen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Passend zur Thematik, ein paar ausgesuchte Gedichte anderer Autoren:
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.