I.

Was reif in diesen Zeilen steht,

Was lächelnd winkt und sinnend fleht,

Das soll kein Kind betrüben,

Die Einfalt hat es ausgesäet,

Die Schwermut hat hindurchgeweht,

Die Sehnsucht hat′s getrieben;

Und ist das Feld einst abgemäht,

Die Armut durch die Stoppeln geht,

Sucht Ähren, die geblieben,

Sucht Lieb′, die für sie untergeht,

Sucht Lieb′, die mit ihr aufersteht,

Sucht Lieb′, die sie kann lieben,

Und hat sie einsam und verschmäht

Die Nacht durch dankend in Gebet

Die Körner ausgerieben,

Liest sie, als früh der Hahn gekräht,

Was Lieb′ erhielt, was Leid verweht,

Ans Feldkreuz angeschrieben,

O Stern und Blume, Geist und Kleid,

Lieb′, Leid und Zeit und Ewigkeit!

II.

Was heiß aus meiner Seele fleht,

Und bang in diesen Zeilen steht

Das soll dich nicht betrüben

Die Liebe hat es ausgesäet

Die Liebe hat hindurchgeweht,

Die Liebe hat′s getrieben

 

Und ist dies Feld einst abgemäht,

Arm Lindi durch die Stoppeln geht,

Sucht Ähren, die geblieben,

Sucht Lieb, die mit ihr untergeht,

Sucht Lieb, die mit ihr aufersteht,

Sucht Lieb, die ich mußt lieben!


Das Gedicht "Was reif in diesen Zeilen steht" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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