Eine Sammlung / Übersicht berühmter deutscher Balladen: erzählende Gedichte, die häufig mittelalterliche, antike oder märchenhafte Motive aufgreifen und diese mit "blumigen Worten" in Szene setzen.
Die Gedichtsform der Ballade entstand im Mittelalter aus der französischen Trobadordichtung. Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine Gattung des Tanzliedes. Eine Ballade besteht meiste aus relativ kurzen Strophen, in denen Ereignisse geschildert werden, die sich oft in einem aristokratischen Milieu abspielen. Elementare Themen wie Liebe, Eifersucht, Heldentum, Verrat, Rache und Tod bilden ihren Kern, und sie enden in der Regel tragisch.
Das Wort Ballade stammt vom lateinischen 'ballare' „tanzen“ bzw. griechischen 'ballein' „werfen, (sich) bewegen“.
Die Balladen in dieser Liste sind nach ihrer Bekanntheit sortiert (jeweils bei den einzelnen Dichtern)
- Friedrich Schiller
- Die Bürgschaft
- Der Taucher
- Der Handschuh
- Kassandra
- Die Kraniche des Ibykus
- Der Ring des Polykrates
- Der Kampf mit dem Drachen
- Johann Wolfgang von Goethe
- Der Zauberlehrling
- Erlkönig
- Der Fischer
- Der König in Thule
- Der Schatzgräber
- Theodor Fontane
- John Maynard
- Die Brück′ am Tay
- Herr von Ribbeck auf Ribbeck
- Das Trauerspiel von Afghanistan
- Archibald Douglas
- Heinrich Heine
- Die Lore-Ley
- Belsatzar
- Die schlesischen Weber
- Schelm von Bergen
- Die Grenadiere
- Annette von Droste-Hülshof
- Der Knabe im Moor
- Die Vergeltung
- Das Fräulein von Rodenschild
Als Balladenjahr wird in der Literaturgeschichte das Jahr 1797 bezeichnet, in dem die Dichterfreunde Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller in einem produktiven Wettstreit zahlreiche ihrer bekanntesten Kunstballaden verfassten. Im Sommer diese Jahres entstanden zum Beispiel Klassiker wie „Der Zauberlehrling“ (Goethe) und „Der Taucher“ oder „Der Handschuh“ (Schiller), die den Höhepunkt der deutschen Balladendichtung markieren.
Einige davon wurden von Franz Schubert vertont, der mittelalterliche und legendäre Stoffe popularisierte.
- Des Sängers Fluch - Ludwig Uhland
- Die Füße im Feuer - Conrad Ferdinand Meyer
- Nis Randers - Otto Ernst
- Trutz, blanke Hans - Detlev von Liliencron
- Der Reiter und der Bodensee - Gustav Schwab
In der westlichen Kultur gibt es eine Tradition langer, erzählender Lieder. Eine solche Liedgattung ist der meist strophenlose Epos.
In der Zeit der Nationalromantik (Wikipedia) konnte ein (vertontes) Gedicht jeglicher Form als Ballade bezeichnet werden, wenn es einen erzählerischen Inhalt in heroischer oder romantischer Stimmung aufwies und im Mittelalter oder einer anderen passenden antiken Epoche spielte.
- Das Schloss Boncourt – Adelbert Chamisso
- Barbarossa – Friedrich Rückert
- Die Schatzgräber – Gottfried August Bürger
- Die Goldgräber – Emanuel Geibel
- Der Glockenguss zu Breslau – Wilhelm Müller
- Die Geister am Mummelsee - Eduard Mörike
- Das Grab am Busento – August von Platen
Obwohl Balladen keine festgelegte Struktur haben und sich in der Anzahl ihrer Zeilen und Strophen unterscheiden können, verwenden viele Balladen Vierzeiler mit den Reimschemata ABCB oder ABAB. Darüber hinaus kommen Zweizeiler in Balladen selten vor.
Viele Balladen wurden als einblättrige Flugblätter verfasst und verkauft. Musikalisch wurden sie von den Minneliedern der Minnesang-Tradition beeinflusst. Die Form wurde ab dem 18. Jahrhundert häufig von Dichtern und Komponisten genutzt, um lyrische Balladen zu verfassen.
Die Erzählung ist meist sprunghaft und es gibt zahlreiche Wiederholungen. Es enthält viel direkte Rede und ist häufig von einer magischen oder mythischen Atmosphäre umgeben.
Ode und Hymne sind feierliche Preis- und Lobgesänge der Lyrik, die erhabene Themen (Gott, Natur), Personen oder Gefühle würdigen.
Während die Ode (z.B. An die Freude - Schiller; Der Zürichsee – Klopstock) meist eine feste Strophenform und strenge Metren (oft reimlos) nutzt, zeichnet sich die Hymne (z.B. Das Göttliche - Goethe; Friedensfeier - Hölderlin) durch freie Rhythmen, begeisterten Ausdruck und fehlende formale Regelmäßigkeit aus.
Siehe auch:
Gedichte