Nächtlich am Busento lispeln bei Cosenza dumpfe Lieder;

Aus den Wassern schallt es Antwort, und in Wirbeln klingt es wieder!

 

Und den Fluß hinauf, hinunter zieh′n die Schatten tapfrer Goten,

Die den Alarich beweinen, ihres Volkes besten Toten.

 

Allzu früh und fern der Heimat mußten hier sie ihn begraben,

Während noch die Jugendlocken seine Schulter blond umgaben.

 

Und am Ufer des Busento reihten sie sich um die Wette,

Um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein frisches Bette.

 

In der wogenleeren Höhlung wühlten sie empor die Erde,

Senkten tief hinein den Leichnam, mit der Rüstung auf dem Pferde.

 

Deckten dann mit Erde wieder ihn und seine stolze Habe,

Daß die hohen Stromgewächse wüchsen aus dem Heldengrabe.

 

Abgelenkt zum zweiten Male, ward der Fluß herbeigezogen:

Mächtig in ihr altes Bette schäumten die Busentowogen.

 

Und es sang ein Chor von Männern: "Schlaf in deinen Heldenehren!

Keines Römers schnöde Habsucht soll dir je dein Grab versehren!"

 

Sangen′s und die Lobgesänge tönten fort im Gotenheere;

Wälze sie, Busentowelle, wälze sie von Meer zu Meere!


Das Gedicht "Das Grab am Busento" stammt von   (1796 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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