XLIX.

 

Mein offt bestürmbtes Schiff der grimmen Winde-Spil

Der frechen Wellen Baal / das schir die Flutt getrennet /

Das über Klipp auf Klipp und Schaum und Sandt gerennet /

Komt vor der Zeit an Port / den meine Seele wil.

 

Offt / wenn uns schwartze Nacht im Mittag überfil

Hat der geschwinde Plitz die Segel schir verbrennet!

Wie offt hab ich den Wind / und Nord’ und Sud verkennet!

Wie schadhafft ist Spreu / Mast / Steur / Ruder / Schwerdt und Kill.

 

Steig aus du müder Geist / steig aus! wir sind am Lande!

Was graut dir für dem Port / itzt wirst du aller Bande

Vnd Angst / und herber Pein / und schwerer Schmertzen loß.

 

Ade / verfluchte Welt: du See voll rauer Stürme!

Glück zumein Vaterland / das stette Ruh’ im Schirme

Vnd Schutz und Friden hält / du ewig-lichtes Schloß!


Das Gedicht "An die Welt" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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