Die Heimat hier und hier dein erster Traum!

Das Mühlrad rauscht, so lustig stäubt der Schaum.

Und unten blinkt der Bach in tiefem Schweigen.

Ein Spiegelrund, drin blau der Himmel ruht.

Vom Ufer rings mit ihren dunkeln Zweigen

Taucht sich die Erle in die klare Flut.

Horch, Peitschenknall und muntrer PFerdetrab!

Die Räder knirschen durch den feuchten Sand.

Halt an, halt an! Nun sachte den Berg hinab

Und durch den Bach zum anderen Uferrand.

Dann wieder aufwärts links den Weg entlang

Hinauf zur Mühle mit des Kornes Last,

Wo von der Eiche unermüdlich klang

Der Stare fröhlich Plaudern hoch vom Ast.

Zehn Schritte noch, da steht im Schattengrunde

Der Linden halbversteckt das Müllershaus;

Der Müller mit der Tabakspfeif im Munde

lehnt in der Tür und schaut behaglich aus.


Das Gedicht "Westermühlen" stammt von   (1817 - 1888).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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