Die Stunde schlug, und deine Hand

Liegt zitternd in der meinen,

An meine Lippen streiften schon

Mit scheuem Druck die deinen.

 

Es zuckten aus dem vollen Kelch

Elektrisch schon die Funken;

O fasse Mut, und fliehe nicht,

Bevor wir ganz getrunken!

 

Die Lippen, die mich so berührt,

Sind nicht mehr deine eignen;

Sie können doch, solang du lebst,

Die meinen nicht verleugnen.

 

Die Lippen, die sich so berührt,

Sind rettungslos gefangen;

Spät oder früh, sie müssen doch

Sich tödlich heimverlangen.


Das Gedicht "Die Stunde schlug" stammt von   (1817 - 1888).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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