Theodor Fontane
(* 1819-12-30, † 1898-09-20)
Eigentlicher Name: Henri Theodore Fontane.
Geboren in Neuruppin (Brandenburg), gestorben in Berlin.
Deutscher Schriftsteller und Apotheker.

Eine Liste der besten Gedichte von Theodor Fontane. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne (*) hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil.

 | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |

A

B

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

S

T

U

V

W

Z

Einordnung

Theodor Fontane verfasste, ähnlich wie der fast gleich alte Theodor Storm, meisterhafte Gedichte und Romane, die von präzisen Gesellschaftsbeobachtungen und feinem Humor geprägt sind (z.B. "Effi Briest").
Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach sowie der Schweizer Autor Gottfried Keller zählen zu seinen Zeitgenossen.

 


 

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin, einer Stadt 40 km nordwestlich von Berlin, in eine hugenottische Familie geboren. Seine Kindheit verbrachte er teilweise in Swinemünde: diese Zeit verarbeitete er in seinem autobiographischen Roman "Meine Kinderjahre" (1893).
Nach der Schulzeit absolvierte er – wie sein Vater – eine Ausbildung zum Apotheker und erhielt 1847 (nach seinem Militärdienst) seine Approbation. Schon früh interessierte er sich jedoch für Literatur. In den 1840er-Jahren arbeitete Fontane zunächst in verschiedenen Apotheken (auch als Teil seiner Ausbildung, begann aber zugleich Gedichte, Erzählungen und journalistische Texte zu veröffentlichen. 1849 gab er den Apothekerberuf endgültig auf und widmete sich dem Schreiben - zunächst überwiegend als Journalist.

Bereits seit 1845 war Fontane mit Emilie Rouanet-Kummer verlobt (die beiden kannten sich seit ihrer Jugendzeit). Die Hochzeit fand dann am 16. Oktober 1850 statt - nachdem Fontane ein etwas sichereres Einkommen hatte. Das Paar hatte sieben Kinder.

Fontanes frühe Lyrik war stark von historischen Stoffen, Volksliedton und englisch-schottischen Balladen geprägt. Eine wichtige Erfahrung waren seine Aufenthalte in England (u.a. von 1855 bis 1859 in London), wo er als Korrespondent tätig war und die dortige Literatur intensiv studierte. Hier entstand auch die Ballade „Das Trauerspiel von Afghanistan“ (1857) über den anglo-afghanischen Krieg.

Ein weiteres bedeutendes Gedicht ist „Archibald Douglas“, veröffentlicht 1854. Die Ballade spielt im schottischen Milieu und handelt von Schuld, Verbannung und Vergebung. Sie zeigt besonders deutlich Fontanes Vorliebe für historische Stoffe und für eine spannungsvolle, erzählende Lyrik. Auch „Gorm Grymme“, „Jung-Bismarck“ (vgl. „Wo Bismarck liegen soll“) oder „Der alte Zieten“ gehören in den Zusammenhang seiner historischen Balladen, in denen er Persönlichkeiten und Legenden aus Geschichte und Militärtradition dichterisch gestaltet.

Im Jahr 1870 kündigte Fontane seine Stelle bei der konservativen Kreuzzeitung, bei der er seit 1860 angestellt war, und wurde Theaterkritiker bei der liberalen Vossischen Zeitung, eine Stelle, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte.

Besonders die englischen und schottischen Balladen beeinflussten seine eigene Balladendichtung. Zu seinen bekanntesten Gedichten gehört „Die Brück’ am Tay“, das 1880 erschien. Es verarbeitet den Einsturz der Eisenbahnbrücke über den Meersarm "Firth of Tay" in Schottland im Dezember 1879, bei dem ein Zug in die Tiefe stürzte und zahlreiche Menschen starben. Fontane verbindet in diesem Gedicht moderne Technikbegeisterung mit einer unheimlichen, schicksalhaften Atmosphäre.

Ebenfalls berühmt ist die Ballade „John Maynard“, (1896) das sich zu einem der populärsten deutschen Schulgedichte entwickelte. Die Ballade erzählt von einem Steuermann, der ein brennendes Schiff bis zuletzt sicher an Land bringt und dabei sein Leben opfert. Der historische Kern liegt in einem Schiffsunglück auf dem Eriesee in Nordamerika, das Fontane literarisch frei umgestaltete.

Zu Fontanes wichtigsten Balladen zählt auch „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, das 1889 entstand und 1891 in der Sammlung „Gedichte“ erschien. Es erzählt von einem gütigen Gutsherrn, der Kindern Birnen schenkt und dessen Großzügigkeit sogar über den Tod hinaus weiterwirkt. Hinter der scheinbar einfachen Geschichte steht Fontanes Interesse an der märkischen Landschaft, am Adel und an mündlicher Überlieferung.

Sein umfangreichstes Werk ist „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Er beschreibt darin in fünf Bänden Schlösser, Klöster, Orte und Landschaften der Mark Brandenburg, ihre Bewohner und ihre Geschichte. Zwischen 1862 und 1889 erschienen, ist das Werk Ausdruck eines gewachsenen preußischen Nationalbewusstseins und der Romantik.

Neben seiner Lyrik wurde Fontane vor allem durch seine Romane berühmt. Nach journalistischen Arbeiten, Kriegsberichten wandte er sich im Alter verstärkt dem Gesellschaftsroman zu. Seine späten Werke wie „Irrungen, Wirrungen“ (1888), „Frau Jenny Treibel“ (1892) und besonders „Effi Briest“ (1894-95) machten ihn zum Meister des deutschen Realismus. Fontane schilderte Menschen und gesellschaftliche Verhältnisse mit feiner Ironie, psychologischem Gespür und großer sprachlicher Eleganz.

Fontane litt in seinen letzten Lebensjahren unter gesundheitlichen Problemen, arbeitete jedoch bis wenige Stunden vor seinem Tod weiter. Er starb am 20. September 1898 in Berlin. Als Mitglied der Französischen Evangelischen Gemeinde n wurde er auf dem Friedhof in der Liesenstraße beigesetzt. Seine Frau Emilie wurde 4 Jahre später neben ihm bestattet.





Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen die in dieser Gedichtesammlung vertreten sind.

Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.

Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Theodor Fontane. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.