(Bei modernem Gutswechsel)

 

Spricht der Polier: »Nu bloß noch das eine:

Herr Schultze, wohin mit die Leichensteine?

Die meisten, wenn recht ich gelesen habe,

Waren alte Nonnen aus ›Heiligen Grabe‹.«

 

»Und Ritter?«

 

»Nu Ritter, ein Stücker sieben,

Ich hab ihre Namens aufgeschrieben,

Bloß, wo sie gestanden, da sind ja nu Löcher:

1 Bredow, 1 Ribbeck, 2 Rohr, 3 Kröcher,

Wo soll′n wir mit hin? wo soll ich sie stell′n? «

 

»Stellen? Nu gar nich. Das gibt gute Schwelln,

Schwellen für Stall und Stuterei,

Da freun sich die Junkers noch dabei.«

 

»Und denn, Herr Schultze, dicht überm Altar

Noch so was vergoldigt Kattolsches war,

Maria mit Christkind ... Es war doch ein Jammer.«


Das Gedicht "Kirchenumbau" stammt von   (1819 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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