Es zieht sich eine blutige Spur

Durch unser Haus von alters,

Meine Mutter war seine Buhle nur,

Die schöne Lucy Walters.

 

Am Abend war′s, leis wogte das Korn,

Sie küßten sich unter der Linde,

Eine Lerche klang und ein Jägerhorn -

Ich bin ein Kind der Sünde.

 

Meine Mutter hat mir oft erzählt

Von jenes Abends Sonne,

Ihre Lippen sprachen: Ich habe gefehlt!

Ihre Augen lachten vor Wonne.

 

Ein Kind der Sünde, ein Stuartkind,

Es blitzt wie Beil von weiten:

Den Weg, den alle geschritten sind,

Ich werd′ ihn auch beschreiten.

 

Das Leben geliebt und die Krone geküßt

Und den Frauen das Herz gegeben,

Und den letzten Kuß auf das schwarze Gerüst -

Das ist ein Stuart-Leben.


Das Gedicht "Lied des James Monmouth" stammt von   (1819 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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