Jan Bart geht über den Vlissinger Damm.

"Hür′, Katrin, wi trecken tosamm;

En Huus, en Boot, ′ne Zieg′ un ′ne Kuh′,

Wat mienst, Katrin? sy meine Fru."

 

Katrin an ihrem Friesrock zog,

"Ne, Jan, bist mi nich Mynherr ′noog."

Der nickt und lacht: "Na, denn Adje."

Und nach Frankreich geht er und sticht in See.

 

Matrose, Maat, so fängt er an,

Auf der zweiten Reise: Steuermann,

Auf der dritten: Leutnant unter Du Quesne,

Auf der vierten: Flottenkapitän.

 

Und als es mit England kommt zum Krieg,

Wo Jan Bart erscheint, erscheint der Sieg,

Wie stolz des britischen Banner auch weh′

Jan Bart ist Herr und fegt die See.

 

Heut aber tritt er vor seinen Herrn,

Vor Louis quatorze. Der sieht ihn gern.

"Willkommen, Jan Bart, in diesem Saal,

Ich ernenn′ Euch zu meinem Groß-Admiral."

 

Jan Bart verneigt sich: "Majestät,

Was klug und recht ist, kommt nie zu spät."

Alles starrt auf den König, der aber lacht, -

Jan Bart hat sich wieder heim gemacht.

 

Und am Vlissinger Damm, an alter Stell′

Sitzt wieder Katrin auf ihrer Schwell′,

Ihren Ältesten hält sie bei der Hand,

Der Jüngste liegt und spielt und Sand.

 

Er grüßt sie lachend und noch einmal:

"Katrin, ich bin nun Groß-Admiral,

Katrin, w′rüm biste nicht mit mir goahn?"

"Joa, wenn ick′t wußt hätt, hätt ick′t doahn."


Das Gedicht "Jan Bart" stammt von   (1819 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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