Mein Herze, glaubt′s, ist nicht erkaltet,

Es glüht in ihm so heiß wie je,

Und was ihr drin für Winter haltet,

Ist Schein nur, ist gemalter Schnee.

 

Doch, was in alter Lieb′ ich fühle,

Verschließ ich jetzt in tiefstem Sinn,

Und trag′s nicht fürder ins Gewühle

Der ewig kalten Menschen hin.

 

Ich bin wie Wein, der ausgegoren:

Er schäumt nicht länger hin und her,

Doch was nach außen er verloren,

Hat er an innrem Feuer mehr.


Das Gedicht "Mein Herze, glaubt′s, ist nicht erkaltet" stammt von   (1819 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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