Ich hab es mir zum Trost ersonnen

In dieser Zeit der schweren Not,

In dieser Blütezeit der Schufte,

In dieser Zeit von Salz und Brot.

 

Ich zage nicht, es muß sich wenden,

Und heiter wird die Welt erstehn,

Es kann der echte Keim des Lebens

Nicht ohne Frucht verlorengehn.

 

Der Klang von Frühlingsungewittern,

Von dem wir schauernd sind erwacht,

Von dem noch alle Wipfel rauschen,

Er kommt noch einmal, über Nacht!

 

Und durch den ganzen Himmel rollen

Wird dieser letzte Donnerschlag;

Dann wird es wirklich Frühling werden

Und hoher, heller, goldner Tag.

 

Heil allen Menschen, die es hören!

Und Heil dem Dichter, der dann lebt

Und aus dem offnen Schacht des Lebens

Den Edelstein der Dichtung hebt!


Das Gedicht "Ein Epilog" stammt von   (1817 - 1888).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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