Sie saß in unserm Mädchenkreise,

Ein Stern am Frauen-Firmament;

Sie sprach in unsres Volkes Weise,

Nur leis, mit klagendem Akzent.

Du hörtest niemals heimverlangen

Den stolzen Mund der schönen Frau;

Nur auf den südlich blassen Wangen

Und über der gewölbten Brau′

Lag noch Granadas Mondenschimmer,

Den sie vertauscht um unsern Strand;

Und ihre Augen dachten immer

An ihr beglänztes Heimatland.


Das Gedicht "Eine Fremde" stammt von   (1817 - 1888).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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