Österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Librettist sowie Mitbegründer der Salzburger Festspiele.
Gilt als einer der wichtigsten Vertreter des deutschsprachigen Fin de Siècle.
Epoche: Symbolismus / Wiener Moderne
Eine Liste der besten Gedichte von Hugo von Hofmannsthal. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne [*] hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil. Zudem sind kurze Gedichte durch ein [K] und lange durch ein [L] bzw. [XL] (episch) gekennzeichnet.
A
B
D
- Da ich weiß...
- Das Wort [K]
- Das Zeichen
- Dein Antlitz
- Den Pessimisten
- Der Beherrschte
- Der Jüngling in der Landschaft
- Der Jüngling und die Spinne [L]
- Der Kaiser von China spricht:
- Der nächtliche Weg
- Der Prophet
- Des alten Mannes Sehnsucht nach dem... [L]
- Dichter sprechen
- Dichtkunst [K]
- Die Beiden [***]
- Die Dichter und die Zeit [K]
- Die Geständnisse
- Drei kleine Lieder
E
F
G
I
K
L
M
- Manche freilich... [***]
- Mein Garten [*]
- Melusine
R
- Reiselied [*]
S
T
- Terzinen über Vergänglichkeit... [**, L]
V
- Vorfrühling [***]
W
- Was ist die Welt? [**]
- Weihnacht
- Weltgeheimnis [*]
- Wolken [*]
Einordnung
Hugo von Hofmannsthal gehört zu den zentralen Autoren der Wiener Moderne. Seine Beschäftigung mit Sprachskepsis, Vergänglichkeit und kultureller Überlieferung wirkt bis heute nach. Mit "Jedermann", seinen literarischen Dramen und den Operntexten für Richard Strauss prägt er weiterhin das europäische Theater- und Musikleben.
Hugo von Hofmannsthal wurde am 1. Februar 1874 in Wien als Hugo Laurenz August Hofmann Edler von Hofmannsthal geboren. Sein Vater, Hugo von Hofmannsthal, war Jurist und Bankbeamter; seine Mutter hieß Anna Maria, geborene Fohleutner. Er war das einzige Kind seiner Eltern und erhielt eine umfassende Bildung. Schon früh beschäftigte er sich mit der europäischen Literatur, lernte mehrere Sprachen und entwickelte ein ausgeprägtes Interesse am Theater.
Bereits als Jugendlicher veröffentlichte er erste, von Friedrich Nietzsche beeinflusste Gedichte (vgl. Siehst du die Stadt? (1890)). Er nutzte dabei die Pseudonym Loris, Loris Melikow und Theophil Morren und seine Lyrik erregte großes Aufsehen. 1891 begegnete er dem sechs Jahre älteren Stefan George, dessen literarischer Kreis seine frühe Entwicklung beeinflusste. Hofmannsthal wurde rasch als außergewöhnlich begabter junger Autor wahrgenommen und gehörte zum Umfeld des literarischen „Jungen Wien“, in dem unter anderem Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann und Hermann Bahr wirkten.
Hofmannsthal fühlte sich zunächst von Georges Persönlichkeit und seiner anspruchsvollen Auffassung von Dichtung angezogen. George wiederum erkannte in dem jungen Wiener ein außergewöhnliches Talent (vgl. Vorfrühling).
George vertrat die Vorstellung, dass Dichtung eine autonome, streng geformte Kunst sein müsse. Der Dichter sollte sich von den gewöhnlichen Anforderungen des Alltags abheben und eine besondere geistige Haltung verkörpern. Diese Auffassung beeinflusste Hofmannsthals frühes Werk deutlich.
Doch Hofmannsthal entwickelte zunehmend eigene Vorstellungen. Er wollte nicht dauerhaft Teil eines Kreises sein, in dem George als überragende Autorität auftrat. Er interessierte sich für das Theater, für Aufführungen und für die Wechselwirkung zwischen Kunst und wirklichem Leben.
Die Streitpunkte waren unversöhnlich, so dass ab 1899 ihr Kontakt ganz abbrach. Hofmannsthals Entwurf zum "Jedermann" von 1905 enthält eine Abrechnung mit dem ehemaligen Freund.
Hofmannsthal studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Nach seinem Militärdienst wandte er sich der Romanistik zu und promovierte 1899 mit einer Arbeit über den Sprachgebrauch französischer Dichter. 1901 reichte Hofmannsthal an der Wiener Universität die Habilitationsschrift "Studie über die Entwickelung des Dichters Victor Hugo" ein, um die Lehrberechtigung zu erlangen. Kurze Zeit später gab er jedoch die akademische Laufbahn zugunsten der Schriftstellerei auf.
Zu seinen frühen Meisterwerken gehören die lyrischen Dramen "Der Tod des Tizian" (1892) und "Der Tor und der Tod" (1893). In ihnen stehen Schönheit, Vergänglichkeit und die Frage nach einem erfüllten Leben im Mittelpunkt. Seine poetische Sprache zeichnet sich durch Musikalität, symbolische Bilder und eine besondere Empfindsamkeit aus.
1901 heiratete Hofmannsthal Gertrud Schlesinger, genannt Gerty. Die Jüdin Gerty Schlesinger konvertierte vor der Heirat zum christlichen Glauben. Sie zogen nach Rodaun, damals einem Vorort von Wien, in eine Barockvilla (heute Hofmannsthal-Schlössl genannt). In den kommenden Jahren wurden ihre 3 Kinder geboren, Christiane, Franz und Raimund.
Ein Wendepunkt war das Prosawerk "Brief des Lord Chandos an Francis Bacon" (1902). In diesem fiktiven Brief erklärt ein junger Adliger, dass ihm die Fähigkeit verloren gegangen sei, die Welt durch Sprache eindeutig zu erfassen. Das Werk gilt als Schlüsseltext der literarischen Moderne auf der Suche nach einer neuen Poetik: Es thematisiert die Krise der Sprache und das Misstrauen gegenüber abstrakten Begriffen.
Im Laufe des neuen Jahrhunderts verlagerte Hofmannsthal seinen Schwerpunkt zunehmend auf das Theater. Er bearbeitete antike Stoffe, historische Vorlagen und ältere Bühnenformen und entwickelte daraus moderne Dramen. Besonders erfolgreich war seine Zusammenarbeit mit dem Komponisten Richard Strauss, die 1906 begann. Hofmannsthals dramatische Bearbeitung antiker Stoffes wurde durch Strauss’ intensive, ausdrucksstarke Musik zu einem Schlüsselwerk des modernen Musiktheaters.
Hofmannsthal schrieb für Strauss auf Basis seines gleichnamigen Theaterstücks das Libretto zu dessen Oper "Elektra" (1909). Es folgten Der Rosenkavalier (1911) und Ariadne auf Naxos (1912), sowie in der Nachkriegszeit Die Frau ohne Schatten (1919), Die ägyptische Helena (1928) und Arabella (1933).
Hofmannsthals große spätmittelalterliche Mysterienspiele sind der "Jedermann" (1911) und "Das Salzburger große Welttheater" (1922). Der "Jedermann" ist seit 1920 das Markenzeichen der Salzburger Festspiele.
Das zentrale Werk der letzten Schaffensjahre war das Trauerspiel "Der Turm", um dessen gültige Gestalt und bühnengerechte Form der Dichter in immer neuen Anläufen von Sommer 1920 bis Spätherbst 1927 gerungen hat.
Neben seiner schriftstellerischen Arbeit setzte sich Hofmannsthal für die Erneuerung des europäischen Kulturlebens ein. Nach dem Ersten Weltkrieg wirkte er maßgeblich an der Gründung der Salzburger Festspiele mit, die 1920 eröffnet wurden. Er wollte dort Theater, Musik und Dichtung in einem gemeinsamen kulturellen Rahmen zusammenführen.
Seine letzten Jahre waren von intensiver literarischer Arbeit und persönlichen Schicksalsschlägen geprägt. Am 13. Juli 1929 starb sein ältester Sohn Franz durch Suizid. Zwei Tage später, am 15. Juli 1929, erlitt Hofmannsthal beim Aufbruch zur Beerdigung seines Sohnes einen Schlaganfall und starb in Rodaun im Alter von 55 Jahren. Er wurde auf dem Kalksburger Friedhof (Gruppe 1, Nummer 49) in einem ehrenhalber gewidmeten Grab beigesetzt. Das Grabdenkmal ziert eine Inschrift mit den Schlusszeilen aus seinem Gedicht Manche freilich: „Und mein Teil ist mehr als dieses Lebens schlanke Flamme oder schmale Leier.“
Zur Übersicht der berühmten Dichter, die in dieser Gedichtsammlung vertreten sind. Zudem gibt es eine Liste der schönsten Gedichte dieser Anthologie.
Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Die Texte sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.
Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Hugo von Hofmannsthal (1874 - 1929). In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.
Gedichte