Willensdrang von tausend Wesen

Wogt in uns vereint, verklärt:

Feuer loht und Rebe gärt

Und sie locken uns zum Bösen.

 

Tiergewalten, kampfbewährt,

Herrengaben, auserlesen,

Eignen uns und wir verwesen

Einer Welt ererbten Wert.

 

Wenn wir unsrer Seele lauschen,

Hören wirs wie Eisen klirren,

Rätselhafte Quellen rauschen,

 

Stille Vögelflüge schwirren ...

Und wir fühlen uns verwandt

Weltenkräften unerkannt.


Das Gedicht "Sonett der Seele" stammt von   (1874 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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