Ein namenloses Heimweh weinte lautlos

In meiner Seele nach dem Leben, weinte,

Wie einer weint, wenn er auf großem Seeschiff

Mit gelben Riesensegeln gegen Abend

Auf dunkelblauem Wasser an der Stadt,

Der Vaterstadt, vorüberfährt. Da sieht er

Die Gassen, hört die Brunnen rauschen, riecht

Den Duft der Fliederbüsche, sieht sich selber,

Ein Kind, am Ufer stehn, mit Kindesaugen,

Die ängstlich sind und weinen wollen, sieht

Durchs offene Fenster Licht in seinem Zimmer -

Das große Seeschiff aber trägt ihn weiter,

Auf dunkelblauem Wasser lautlos gleitend

Mit gelben, fremdgeformten Riesensegeln.


Das Gedicht "Aber seltsam!" stammt von   (1874 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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