Manche freilich müssen drunten sterben

wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,

andere wohnen bei dem Steuer droben,

kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.

 

Manche liegen mit immer schweren Gliedern

bei den Wurzeln des verworrenen Lebens,

anderen sind die Stühle gerichtet

bei den Sibyllen, den Königinnen,

und da sitzen sie wie zu Hause,

leichten Hauptes und leichter Hände.

 

Doch ein Schatten fällt von jenen Leben

in die anderen Leben hinüber,

und die leichten sind an die schweren

wie an Luft und Erde gebunden.

 

Ganz vergessener Völker Müdigkeiten

kann ich nicht abtun von meinen Lidern,

noch weghalten von der erschrockenen Seele

stummes Niederfallen ferner Sterne.

 

Viele Geschicke weben neben dem meinen,

durcheinander spielt sie all das Dasein,

und mein Teil ist mehr als dieses Lebens

schlanke Flamme oder schmale Leier.


Das Gedicht "Manche freilich..." stammt von   (1874 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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