Ich ging den Weg einmal: da war ich sieben,

So arm und reich!

Mir war, ich hielt ein nacktes Schwert in Händen,

Und selbst die Sterne bebten seinem Streich.

 

Mit siebzehn ging ich wiederum den Weg

Erst recht allein:

Ein Etwas huschte in den blassen Winden,

Von oben kam der fremden Welten Schein.

 

Nun führ ich dich, du spürst nur meine Hand:

Einst war ich sieben ...

Und das Vergangne glimmt, von Geisterhand

Mit blassem Schein ins Dunkel hingeschrieben!


Das Gedicht "Der nächtliche Weg" stammt von   (1874 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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