Sängerin

Sind wir jung und sind nicht alt,

Lieder haben viel Gewalt,

Machen leicht und machen schwer,

Ziehen deine Seele her.

 

Fremder

Leben gibt es nah und fern,

Was ich zeige, seht ihr gern -

Nicht die Schwere vieler Erden,

Nur die spielenden Gebärden.

 

Junger Herr

Vieles, was mir Freude schafft,

Fühl ich hier herangeflogen,

Aber gar so geisterhaft:

Glücklich - bin ich wie betrogen!

 

Dichter

Einen hellen Widerschein

Sehe ich im Kreise wandern-.

Spürt auch jeder sich allein,

Spürt sich doch in allen andern.

 

Maler

Und wie zwischen leichten Lichtern

Flattert zwischen den Gesichtern

Schwaches Lachen hin und her.

 

Fremder

Lieder machen leicht und schwer!

 

Dichter

Lieder haben große Kraft -

Leben gibt es nah und fern.

 

Junger Herr

Was sie reden, hör ich gern,

Sei es immer geisterhaft.


Das Gedicht "Gesellschaft" stammt von   (1874 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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