Ein Knabe stand ich so im Frühlingsglänzen

und meinte aufzuschweben in das All,

unendlich Sehnen über alle Grenzen

durchwehte mich in ahnungsvollem Schwall!

Und Wanderzeiten kamen, rauschumfangen!

Da leuchtete manchmal die ganze Welt,

und Rosen glühten, und die Glocken klangen

von fremdem Lichte jubelnd und erhellt:

Wie waren da lebendig alle Dinge

dem liebenden Erfassen nah gerückt,

wie fühlt’ ich mich beseelt und tief entzückt,

ein lebend Glied im großen Lebensringe!

Da ahnte ich, durch mein Herz auch geleitet,

den Liebesstrom, der alle Herzen nährt,

und ein Genügen hielt mein Ich geweitet,

das heute kaum mir noch den Traum verklärt


Das Gedicht "Ein Knabe stand ich" stammt von   (1874 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte