Matthias Claudius
(* 1740-08-15, † 1815-01-21)
Geboren in Reinfeld (Holstein), gestorben in Hamburg.
Deutscher Dichter und Journalist.

Einordnung

Matthias Claudius ist vor allem für seine volksliedhafte Lyrik bekannt. Wie auch sein Zeitgenosse Wilhelm Müller und der chronologisch spätere Poet Hermann Löns zählt er zu den volkstümlichen Dichtern.

 


 

Matthias Claudius wurde am 15. August 1740 in Reinfeld in Holstein geboren. Er wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus auf. Sein Vater war Pastor, und die religiöse Prägung seiner Kindheit blieb für sein ganzes Leben wichtig. Nach dem Besuch der Lateinschule in Plön studierte er zunächst Theologie, später auch Rechtswissenschaften in Jena, ohne jedoch einen festen akademischen oder kirchlichen Beruf einzuschlagen. Er war ein empfindsamer, nachdenklicher Mensch, der sich weniger von Karriere als von innerer Überzeugung leiten ließ.

Nach verschiedenen Tätigkeiten kam Claudius nach Hamburg und Wandsbek, wo er als Schriftsteller und Journalist wirkte. Besonders berühmt wurde er als Herausgeber und Hauptautor der Zeitung „Der Wandsbecker Bothe“, die von 1771 bis 1775 erschien. In ihr veröffentlichte er Gedichte, kleine Prosastücke, Betrachtungen, humorvolle Erzählungen und Gespräche. Dabei entwickelte er einen unverwechselbaren Stil: einfach im Ausdruck, doch oft tiefgründig; freundlich und volksnah, aber auch kritisch gegenüber Eitelkeit, kalter Vernunft und bloßem Gelehrtentum.

Im Jahr 1772 heiratete Claudius Rebecca Behn (1754 – 1832), mit der er 12 Kinder hatte. Das häusliche Leben, die Liebe zu Frau und Kindern, Freundschaft, Natur und Glaube wurden zu zentralen Themen seines Schreibens. Viele seiner Texte wirken bewusst schlicht und mündlich, als spräche ein erfahrener Nachbar oder guter Freund. Hinter dieser Einfachheit stehen jedoch große Fragen: Was trägt den Menschen? Wie soll man leben? Wie begegnet man Leid, Krankheit und Tod?

Claudius stand geistig zwischen Aufklärung, Empfindsamkeit und christlicher Frömmigkeit. Er schätzte Vernunft, misstraute aber einer Weltanschauung, die das Geheimnisvolle und Religiöse verdrängen wollte. Neben dem „Abendlied“ (das bis heute als Abend- und Kirchenlied gesungen wird) zählen „Urians Reise um die Welt“ und „Der Mensch“ zu seinen bekanntesten Gedichten.

Infolge der Kriegsereignisse um Hamburg (Franzosenzeit) floh Claudius 1813 über Westensee nach Kiel und Lübeck. Seine letzten Lebensmonate verbrachte der inzwischen Schwerkranke im Hause seines Schwiegersohns Friedrich Christoph Perthes am Hamburger Jungfernstieg.
Er dort starb am 21. Januar 1815 und wurde auf dem Friedhof an der Wandsbeker Christuskirche bestattet.





Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen die in dieser Gedichtesammlung vertreten sind.

Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.

Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Matthias Claudius. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.