Du edler Stern am hohen Himmelszelt,

Du Herr und König deiner Brüder!

Du bist so gut gesinnt – du wärmest uns die Welt,

Und schmückst mit Blumen uns das Feld,

Und machst den Bäumen Laub, den Vögeln bunt Gefieder;

Du machst uns Gold, das Wunderding der Welt,

Und Diamant, und seine Brüder;

Kömmst alle Morgen fröhlich wieder,

Und schüttest immer Strahlen nieder –

Sprich edler Stern am hohen Himmelszelt,

Wie wachsen dir die Strahlen wieder?

Wie wärmest du? Wie schmückst du Wald und Feld?

Wie machst du doch in aller Welt

Dem Diamant sein Licht, dem Pfau sein schön Gefieder?

Wie machst du Gold?

Sprich liebe Sonn’, ich wüßt’ es gern.

Die SonneWeiß ichs? Geh, frage meinen Herrn.


Das Gedicht "Der Philosoph und die Sonne" stammt von (* 1740-08-15, † 1815-01-21).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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