Seht meine lieben Bäume an,

Wie sie so herrlich stehn,

Auf allen Zweigen angetan

Mit Reifen wunderschön!

Von unten an bis oben ´naus

Auf allen Zweigelein

Hängt´s weich und zierlich, zart und kraus,

Und kann nicht schöner schein.

 

Ein Engel Gottes geht bei Nacht,

Streut heimlich hier und dort,

Und wenn der Bauersmann erwacht,

Ist er schon wieder fort.

Du Engel, der so gütig ist,

Wir sagen Dank und Preis,

O mach uns doch zum heil´gen Christ

Die Bäume wieder weiß!


Das Gedicht "Das Lied vom Reifen" stammt von   (1740 - 1815).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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