Stand ein junges Veilchen auf der Weiden,

Lieb und herzig, in sich, und bescheiden;

Und ein wackrer Jüngling über Land

Kam hin, da das Veilchen stand.

 

Und er sah das Veilchen auf der Weiden

Lieb und herzig, in sich, und bescheiden,

Sah es an mit Liebe und mit Lust,

Wünscht es sich an seine Brust.

 

Heute wird das Blümchen ihm gegeben,

Daß ers trag an seiner Brust durchs Leben!

Und ein Kreis von edlen Menschen steht

Ernst, und feiert mit Gebet.

 

Seid denn glücklich! Gott mit euch, Ihr beide!

Seine »Sonn’ am Himmel« schein euch Freude;

Und, in eurer Freud’, in eurem Schmerz,

Seine »beßre« euch ins Herz!


Das Gedicht "Hochzeitlied" stammt von (* 1740-08-15, † 1815-01-21).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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