Diese Leiche hüte Gott!

Wir vertrauen sie der Erde,

Daß sie hier von aller Not

Ruh’, und wieder Erde werde.

 

Da liegt sie, die Augen zu

Unterm Kranz, im Sterbekleide!...

Lieg’ und schlaf’ in Frieden du;

Unsre Lieb’ und unsre Freude!

 

Gras und Blumen gehn herfür,

Alle Samenkörner treiben,

Treiben – und sie wird auch hier

In der Gruft nicht immer bleiben.

 

Ausgesä’t nur, ausgesä’t

Wurden alle die, die starben;

Wind- und Regenzeit vergeht,

Und es kommt ein Tag der Garben.

 

Alle Mängel abgetan

Wird sie denn in bessern Kränzen

Still einhergehn, und fortan

Unverweslich sein und glänzen.


Das Gedicht "Bei ihrem Grabe" stammt von (* 1740-08-15, † 1815-01-21).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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