Deutscher Schriftsteller (u.a. Lausbubengeschichten, Der Münchner im Himmel)
Epoche: Moderne
Eine Liste der besten Gedichte von Ludwig Thoma. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne [*] hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil. Zudem sind kurze Gedichte durch ein [K] und lange durch ein [L] bzw. [XL] (episch) gekennzeichnet.
- Altbrandenburgisch
- An die deutschen Arbeiter
- An die Sittlichkeitskonferenz zu...
- An die Sittlichkeitsprediger in...
- Anbetung der Hirten
- Auf Höhen [**]
- Aus Südafrika
- Bekenntnis
- Bethmann-Hertling
- Breslauer Katholikentag
- Christmette
- Das Ärgernis
- Der Abschied vom Glück [**]
- Der englische Pfaffe [L]
- Der Vesuv
- Ehrlicher Protest
- Eröffnungshymne
- Frühlingsahnen
- Hallelujajodler des bayrischen...
- Heilige Nacht [***]
- Jahreswende [*]
- Karneval
- Lied der Großindustriellen [*]
- Neujahr bei Pastors [**]
- Nun weiß es doch das Volk der...
- Oktoberfest 100 Jahre
- Regenstimmung
- Resignation
- Silvesternacht [***]
- Weihnachten [*]
Einordnung
Ludwig Thoma zählt zu den bekannten bayerischen Schriftstellern des frühen 20. Jahrhunderts. In seinen Werken schilderte er das Leben der einfachen Bevölkerung, kritisierte die Macht der Kirche und der Justiz und nahm die politische Obrigkeit seiner Zeit ins Visier. Besonders die "Lausbubengeschichten" (1905) und "Der Münchner im Himmel" (1911) sind bis heute bekannt.
Sein literarisches Erbe ist jedoch widersprüchlich: Während seine frühen Werke für ihre sprachliche Lebendigkeit und ihren kritischen Blick auf gesellschaftliche Missstände geschätzt werden, sind seine späteren politischen Äußerungen von nationalistischen, antisemitischen und antidemokratischen Einstellungen geprägt.
Ludwig Thoma verband bayrische Mundart mit Gesellschaftskritik und Satire. Einer seiner Zeitgenossen war der volksnahe "Heidedichter" Hermann Löns, ein anderer der österreichische Kulturkritiker Karl Kraus.
Ludwig Thoma wurde am 21. Januar 1867 in Oberammergau geboren. Sein Vater war Förster, weshalb Thoma einen großen Teil seiner Kindheit in der oberbayerischen Landschaft verbrachte. Die Natur, das bäuerliche Leben und die Menschen seiner Heimat prägten seine spätere Literatur entscheidend. Als er 7 Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter musste daraufhin 7 Kinder allein versorgen und führte zeitweise Gastwirtschaften in Prien am Chiemsee und in Traunstein. Ludwigs Jugend war von familiären Schwierigkeiten und einer wechselhaften Schulzeit geprägt.
Nach einer zunächst begonnenen Ausbildung in der Forstwissenschaft studierte Thoma Rechtswissenschaft in München und Erlangen. 1894 ließ er sich als Rechtsanwalt nieder, zunächst in Dachau, später in München. Seine Erfahrungen mit Gerichten, Beamten und gesellschaftlichen Autoritäten lieferten ihm reichlich Stoff für seine literarische Arbeit. Er erkannte die Widersprüche zwischen dem Anspruch auf Gerechtigkeit und der tatsächlichen Praxis staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen. 1899 gab er seine Anwaltstätigkeit auf, um sich ganz dem Schreiben zu widmen.
Den entscheidenden Durchbruch erzielte Thoma als Mitarbeiter und später als Redakteur der satirischen Zeitschrift "Simplicissimus". Dort entwickelte er seinen unverwechselbaren Stil: eine direkte, oft derb-humorvolle Sprache, lebendige bayerische Mundart und einen scharfen Blick für menschliche Schwächen. Er verspottete Bürokraten, selbstgerechte Bürger, kirchliche Autoritäten und politische Funktionäre. Dabei ging es ihm nicht nur um Unterhaltung, sondern auch um die Entlarvung von Heuchelei und Machtmissbrauch. Er wurde wegen seines Spottgedichtes "An die Sittlichkeitsprediger in Köln am Rheine" im Jahr 1906 wegen „Beleidigung einiger Mitglieder eines Sittlichkeitsvereines“ zu 6 Wochen Haft verurteilt, die er in Stadelheim bei München absitzen musste.
Gemeinsam mit dem Schriftsteller Hermann Hesse gab er außerdem die linksliberale Zeitschrift "März – Halbmonatsschrift für deutsche Kultur" (1907 - 1917) heraus.
Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Geschichtensammlung "Lausbubengeschichten" (1905) und ihre Fortsetzung "Tante Frieda" (1907). In diesen Erzählungen schildert er die Streiche eines frechen Schülers, der sich gegen die starren Regeln der Erwachsenenwelt auflehnt. Die Geschichten greifen eigene Jugenderfahrungen auf und verbinden Komik mit einer Kritik an einem autoritären Erziehungssystem.
Von 1907 bis 1911 war Thoam mit der auf den Philippinen geborene Tänzerin Marietta di Rigardo (1880–1966), genannt Marion, verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.
Auch als Dramatiker war Thoma erfolgreich. In der Komödie "Die Lokalbahn" (1902) und dem Einakter "Die Medaille" (1901) verspottete er gesellschaftliche Eitelkeit und provinzielles Machtstreben. Mit "Erster Klasse" (1910) nahm er Standesdünkel und Vorurteile aufs Korn. Seine humorvolle Erzählung "Der Münchner im Himmel" (1911), in der der verstorbene Dienstmann Alois Hingerl als Engel auf die Erde zurückgeschickt wird, gehört ebenfalls zu seinen bekanntesten Texten.
Thomas politische Haltung veränderte sich im Laufe seines Lebens erheblich. Während er anfangs vor allem kirchliche Bevormundung, gesellschaftliche Heuchelei und den Militarismus des Deutschen Kaiserreichs kritisierte, entwickelte er sich während des Ersten Weltkriegs zunehmend zu einem nationalistischen und reaktionären Publizisten. Die deutsche Niederlage von 1918 und die politischen Umbrüche der Nachkriegszeit verstärkten seine Ablehnung der demokratischen Republik.
Im Sommer 1918 begegnete er erneut der mittlerweile verheirateten Maidi Liebermann von Wahlendorf (1884–1971), die er bereits 1904 kennengelernt hatte. Thoma entbrannte in heftiger Liebe zu ihr. Bis zu seinem Tod sollte er heftig um sie werben. Sie blieb ihm zwar verbunden, konnte sich jedoch nicht entschließen, ganz zu ihm zu ziehen, da der Ehemann Wilhelm Liebermann von Wahlendorf die Scheidung verweigerte.
Besonders schwer wiegen seine anonym veröffentlichten Beiträge im "Miesbacher Anzeiger" aus den Jahren 1920 und 1921. Darin verbreitete er antisemitische Hetze und richtete sich gegen Sozialdemokraten und die demokratische Regierung. Diese Schriften stehen in deutlichem Widerspruch zu dem Bild des freiheitlichen Satirikers, das seine früheren Werke vermitteln.
Ludwig Thoma starb am 26. August 1921 im Alter von 54 Jahren an Magenkrebs in seinem Haus in Tegernsee. Er wurde auf dem Gemeindefriedhof von St. Laurentius in Rottach-Egern beigesetzt.
Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen, die in dieser Gedichtsammlung vertreten sind. Alle Lyriker dieser Anthologie befinden sich unter Dichter nach Epochen.
Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Die Texte sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.
Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Ludwig Thoma (1867 - 1921). In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.
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