Es gibt noch Leute, die sich quälen,

Aus denen sich die Frage ringt:

Wie wird der Deutsche nächstens wählen?

Wie wird das, was die Urne bringt?

 

Die Guten! Wie sie immer hoffen!

Wie macht sie doch ein jedesmal

Der Ausfall neuerdings betroffen!

Als wär′ er anders, wie normal!

 

Wir wissen doch von Adam Riese,

Daß zwei mal zwei gleich vieren zählt.

Und eine Wahrheit fest wie diese

Ist, daß man immer Schwarze wählt.

 

Das Faktum läßt sich nicht bestreiten,

Auch wenn es noch so bitter schmeckt.

Doch hat das Übel gute Seiten:

Es ruhet nicht auf Intellekt.

 

Man muß die Sache recht verstehen;

Sie ist nicht böse, ist nicht gut.

Der Deutsche will zur Urne gehen,

So wie man das Gewohnte tut.

 

Wer hofft, daß es noch anders würde,

Der täuscht sich hier, wie überall.

Die Schafe suchen ihre Hürde,

Das Rindvieh suchet seinen Stall.

 


Das Gedicht "Resignation" stammt von   (1867 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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