Lasset uns, ihr edlen Bayern

– Untertanen! Publikum! –,

Mit gehobnen Herzen feiern

Dieses stolze saeculum!

 

Hühner-, Gäns- und Heringsbrater,

Heute seid ihr zentenar!

Dank so manchem Landesvater,

Der euch mild gewogen war.

 

Stier- und Sau- und Ochsentreiber,

Heute fühlt euch vaterländ′sch!

Brezelfrauen! Radiweiber!

Jedes alte Kuchelmensch!

 

Schweige jeder Widersacher!

Denn noch blühen sie uns frisch:

Treue für die Wittelsbacher,

Wiesenmaß und Steckerlfisch!

 

Nein! Noch ist es keine Lüge,

Daß man treu und bieder denkt!

Hebet hoch die Literkrüge,

Mit drei Quarteln eingeschenkt!


Das Gedicht "Oktoberfest 100 Jahre" stammt von   (1867 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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