Der alte Mann in Rom befiehlt.

Wem? Euch! Was hat er zu befehlen?

Gehören willenlos die Seelen

Dem Papste, dass er mit euch spielt?

 

So überlegt: Was weiß sie nur.

Die ihn beherrscht, die Pfaffenclique,

Von eurem Wollen, vom Geschicke,

Von eurer Arbeit Wegespur?

 

Was will der Fremde? Darf er dreist

Sich hier so als Gebieter geben?

Was ist er euch ? Was eurem Leben ?

Was eurem Ziel der Pfaffengeist?

 

Zürnt ihnen nicht! Nein, lacht sie aus!

Sie glauben, mit geschriebnen Fetzen,

Die treu sich bleiben, zu verhetzen,

Und" drängen plump sich uns ins Haus.

 

Am Ende — ja — uns dauert schier

Der alte Herr mit den Erlassen,

Die, wie er glaubt, die Welt umfassen.

Und sind doch wirklich nur— Papier.


Das Gedicht "An die deutschen Arbeiter" stammt von   (1867 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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