Und nun, wenn alle Uhren schlagen,

So haben wir uns was zu sagen,

Was feierlich und hoffnungsvoll

Die ernste Stunde weihen soll.

 

Zuerst ein Prosit in der Runde!

Ein helles, und aus frohem Munde!

Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,

Wir leben doch, und das ist viel.

 

Noch einen Blick dem alten Jahre,

Dann legt es auf die Totenbahre!

Ein neues grünt im vollen Saft!

Ihm gelte unsre ganze Kraft!

 

Wir fragen nicht: Was wird es bringen?

Viel lieber wollen wir es zwingen,

Daß es mit uns nach vorne treibt,

Nicht rückwärts geht, nicht stehen bleibt.

 

Nicht schwächlich, was sie bringt, zu tragen,

Die Zeit zu lenken, laßt uns wagen!

Dann hat es weiter nicht Gefahr.

In diesem Sinne: Prost Neujahr!


Das Gedicht "Silvesternacht" stammt von   (1867 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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