Papa sitzt in der kurzen Hos

Mit blau gefrornem Knie.

Gott, ist denn hier auch gar nischt los?

Nicht eine Skatpartie?

 

Mama hat zehn Pfund Schwabbelherz

Im Mieder eingeschnürt,

Wodurch sie einen leisen Schmerz

Bis an den Nabel spürt.

 

Was soll sie tun? Nu Gott, sie nimmt

Was Süßes zu sich ein,

Und was ihr auch nicht gut bekimmt,

Sie fühlt sich so allein.

 

Die Tochter sitzt auf der Altan′

In Alpenmädchentracht,

Wodurch ihr gleich ein junger Mann

Die Courbeschneidung macht.

 

Gott! Wenn′s nicht fäschonäbl wär!

Was tut mer auf dem Platz?

Die Unterhaltung is prekär

Und wirklich für die Katz.


Das Gedicht "Regenstimmung" stammt von (* 1867-01-21, † 1921-08-26).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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