Nun weiß es doch das Volk der Denker!
Der liebe Gott als Schlachtenlenker
Verlor uns Jena. Später dann
War Er′s, der Leipzig uns gewann.
Er will von allen Weltbezirken
Besonders stark in Preußen wirken.
Sein ganzes Trachten lenkt ihn hin
Zum Weltennabel, nach Berlin.
Nach Friedrich, der so fromm gewesen,
Wie wir in allen Büchern lesen,
Zog eine freiere Idee
Sich an und um den Strand der Spree.
Da half nun Gott den Ohnehosen.
Ja — ausgerechnet den Franzosen!
Sie hatten ihn zwar abgesetzt,
Doch schien er nicht dadurch verletzt.
So einfach ist es zu erklären!
Es thront in seinen lichten Sphären
Der Weltenschöpfer und gibt acht,
Was man speziell in Preußen macht!
1813
Das Gedicht "Nun weiß es doch das Volk der Denker" stammt von Ludwig Thoma (* 1867-01-21, † 1921-08-26).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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