An dem Oderstromgestade
Ist der Glaube neu erstarkt,
Denn hier war die Herbstparade,
Scilicet, der Ochsenmarkt.
Alle sind sie dagewesen,
Fern von ihrem Heimatsort;
Ungeacht′ der Reisespesen
Zog der Geist des Herrn sie fort.
Mit den Platt- und Bürgerfüßen
Ist man stolz vorbeimarschiert,
Um den Bischof zu begrüßen,
Der hiebei ein Wort verliert.
Auch der Papst gab seinen Segen,
Oho - ho, und gern dazu.
Ist euch was daran gelegen,
Wenn ich jetzt das Nämlich tu?
Das Gedicht "Breslauer Katholikentag" stammt von Ludwig Thoma (1867 - 1921).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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