Philiosoph und Staatenlenker

Ist ein jeder. Dieser kantisch

Angefüllt und protestantisch;

Wenn man will, ein tiefer Denker.

 

Weihrauchmuffig angeschwängert

Jener. Von Loyolas Kniffen

Seine Denkart angegriffen

Und sein Horizont verengert.

 

Zwischen beiden angebandelt

Schwebt die Jesuitenfrage,

Und esw wird schon dieser Tage

Hinum — herum unterhandelt.

 

Bethmann mit der deutschen Treue

Nimmt die Sache biederherzig.

Hertling macht es hinterwärtsig

Mit erprobter Römerschäue.

 

Wer wird nun den Sieg erlangen?

Wetten wir, der Kantbefliss′ne

Ist zuletzt der Angeschiss′ne?

Denn so ist es stets gegangen.


Das Gedicht "Bethmann-Hertling" stammt von   (1867 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte