Pseudonym: Freimund Reimar / Reimer.
Geboren in Schweinfurt, gestorben in Neuses bei Coburg.
Deutscher Dichter, Übersetzer und Begründer der deutschen Orientalistik.
Eine Liste der besten Gedichte von Friedrich Rückert. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne (*) hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil.
A
B
C
D
- Der Himmel hat eine Träne geweint **
- Die Eintagsfliege am Johannistag
- Die goldne Hochzeit
- Die Liebe sprach
- Die Welt ist schön *
- Du bist die Ruh
- Du bist ein Schatten am Tage ***
- Du bist mein Mond **
- Du meine Seele, du mein Herz ***
E
G
H
I
- Ich bin der Welt abhanden gekommen ***
- Ich hab′ es allen Büschen...
- Ich liebe dich, weil ich dich... ***
- Ich wollte, daß ich schliefe
- Ich wünsche, dass dein Glück… **
- Immer schwerer
K
L
N
O
R
S
U
V
W
- Was schmiedst du, Schmied?
- Weil ich nichts anders kann...
- Wem ein Geliebtes stirbt…
- Wenn ich, o du mein Liebling
Z
Einordnung
Friedrich Rückert schrieb bekannte Gedichte zu denen tiefgründige Liebeslyrik, Naturgedichte und ergreifende Trauergedichte gehören. Zu seinem Freundeskreis zählten der Dichter August von Platen, der Philosoph Friedrich von Schelling und der Universalgelehrte Johann Wilhelm Andreas Pfaff.
Unter dem Pseudonym „Freimund Reimar“ veröffentlichte er 1814 die "Geharnischten Sonette" (das bekannteste ist "Was schmied’st du Schmied?"). Rückert rief in seinen patriotischen Zeitgedichten zum Kampf gegen Napoleon auf (vgl. Max von Schenkendorf).
Friedrich Rückert wurde am 16. Mai 1788 in Schweinfurt geboren. Sein Vater war der Advokat Johann Adam Rückert (1763–1831) und seine Mutter, Maria Barbara Schoppach (1788-1835), war die Tochter eines Advokaten. Er hatte zwei jüngere Geschwister: seinen Bruder Heinrich (1790–1818) und seine Schwester Sophie (1791–1848, verheiratet mit dem Pfarrer Theodor Kremer).
Ab 1805 studierte er Rechtswissenschaften in Würzburg und Heidelberg wandte sich jedoch bald der Literatur und der Sprachwissenschaft zu. Erste Bekanntheit erlangte er während der Befreiungskriege gegen Napoleon. Unter dem Pseudonym Freimund Raimar veröffentlichte er 1814 die "Geharnischten Sonette" (das bekannteste ist "Was schmied’st du Schmied?"). Diese Gedichtsammlung entstand als unmittelbare Reaktion auf die französische Besatzung deutscher Gebiete und ist von leidenschaftlichem Patriotismus geprägt. Die Sonette riefen zu Freiheit, nationaler Einheit und Widerstand gegen Napoleon auf und machten Rückert schlagartig bekannt.
In den folgenden Jahren verlagerte sich sein Interesse zunehmend auf die Dichtung des Orients. Er studierte Arabisch, Persisch, Sanskrit und weitere Sprachen und übertrug zahlreiche Werke ins Deutsche. Ein Höhepunkt dieser Schaffensphase war der Gedichtzyklus "Oestliche Rosen", der 1822 erschien (als Antwort auf den "West-östlichen Divan" von Goethe). Angeregt wurde das Werk durch die persische Poesie, insbesondere durch den großen Dichter Hafis. Anders als bloße Übersetzungen sind die Gedichte eigenständige Neuschöpfungen, die orientalische Bilderwelt, Naturbeschreibungen und Gedanken über Liebe, Weisheit und Vergänglichkeit mit deutscher Lyrik verbinden.
Im Jahr 1821 heiratete er Luise Wiethaus-Fischer, die Tochter eines Archivars. Das Paar hatte zehn Kinder, darunter den 1823 geborenen Historiker und Germanisten Heinrich Rückert.
1826 erhielt Rückert eine Professur für orientalische Sprachen an der Universität Erlangen, später wechselte er an die Universität Berlin. Obwohl ihn die Wissenschaft stark beanspruchte, blieb er vor allem Dichter. In seinem Werk verband er philologische Genauigkeit mit großer sprachlicher Musikalität. Viele seiner Gedichte zeichnen sich durch kunstvolle Reimformen und einen außergewöhnlichen Wortreichtum aus.
Den tiefsten Einschnitt seines Lebens bedeutete der Tod zweier seiner Kinder, Luise und Ernst, die 1833 innerhalb weniger Wochen an Scharlach starben. Aus dieser persönlichen Tragödie entstanden zwischen 1833 und 1834 die "Kindertotenlieder" (z.B. "Du bist ein Schatten am Tage"), ein Zyklus von insgesamt 428 Gedichten. Rückert veröffentlichte sie zunächst nicht, da sie Ausdruck seiner privaten Trauer waren; erst 1872, mehrere Jahre nach seinem Tod, erschienen sie vollständig. Die Gedichte gehören zu den bewegendsten Werken der deutschen Literatur. Sie schildern den Schmerz des Verlustes, die Erinnerung an die verstorbenen Kinder und den langsamen Versuch, Trost zu finden.
Auch international bekannt ist die Vertonung der "Kindertotenlieder" (z.B. "Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen") durch den Komponisten Gustav Mahler in den Jahren 1901 bis 1904.
Zu Rückerts bekanntesten Einzelgedichten zählt "Du bist die Ruh", das um 1823 entstand und 1824 veröffentlicht wurde. Das Gedicht beschreibt die geliebte Person als Quelle von Frieden und Geborgenheit (vgl. "Abendlied"). Berühmt wurde es insbesondere durch Franz Schuberts Vertonung (1823), die bis heute zu den beliebtesten Kunstliedern gehört.
Ebenfalls weithin bekannt ist das Gedicht "Ich bin der Welt abhanden gekommen", das um 1821 entstand und 1828 veröffentlicht wurde. Es behandelt den freiwilligen Rückzug aus der Hektik der Welt in die innere Stille und die Welt der Kunst. Gustav Mahler vertonte das Gedicht 1901 als eines seiner berühmtesten Orchesterlieder.
Sein umfangreichstes Werk ist „Die Weisheit des Brahmanen“, das von 1836 bis 1839 in sechs Bänden erschien. Dieses Werk und „Liebesfrühling“ (1844), ein Zyklus von Liebesliedern (z.B. "Du meine Seele, du mein Herz" und "Der Himmel hat eine Träne geweint"), sind die bekanntesten Werke Rückerts.
1849 legte er sein Professorenamt in Berlin nieder und zog ganz auf sein Gut im oberfränkischen Neuses (heute ein Ortsteil von Coburg) zurück. Dort widmete er sich weiterhin dem Schreiben, Übersetzen und der Sprachforschung. Sein literarisches Werk umfasst mehrere tausend Gedichte sowie zahlreiche Übersetzungen aus orientalischen Sprachen.
Friedrich Rückert starb am 31. Januar 1866 im Alter von 77 Jahren und wurde auf dem Friedhof neben der Dorfkirche von Cobourg-Neuses beigesetzt.
Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen die in dieser Gedichtesammlung vertreten sind.
Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.
Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Friedrich Rückert. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.
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