Sterne,
In des Himmels Ferne!
Die mit Strahlen bessrer Welt
Ihr die Erdendämmrung hellt;
Schau′n nicht Geisteraugen
Von euch erdenwärts,
Daß sie Frieden hauchen
Ins umwölkte Herz?

Sterne,
In des Himmels Ferne!
Träumt sich auch in jenem Raum
Eines Lebens flücht′ger Traum?
Hebt Entzücken, Wonne,
Trauer, Wehmut, Schmerz,
Jenseit unsrer Sonne
Auch ein fühlend Herz?

Sterne,
In des Himmels Ferne!
Winkt ihr nicht schon Himmelsruh′
Mir aus euren Fernen zu?
Wird nicht einst dem Müden
Auf den goldnen Au′n
Ungetrübter Frieden
In die Seele tau′n?

Sterne,
In des Himmels Ferne,
Bis mein Geist den Fittich hebt
Und zu eurem Frieden schwebt,
Hang′ an euch mein Sehnen
Hoffend, glaubevoll!
O, ihr holden, schönen,
Könnt ihr täuschen wohl?


Das Gedicht "An die Sterne" stammt von   (1788 - 1866).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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