Ich hört ein Sichlein rauschen,
Wohl rauschen durch das Korn;
Ich hört’ ein Mägdlein klagen,
Sie hab’ ihr Lieb verlor’n.
Die Sichel hat geschnitten
Den trocknen Halm entzwei:
Er hat es schnell erlitten,
Und nun ist es vorbei.
Es ist mir in Gedanken,
Als wenn der Schnitter Tod
Mit seiner Sichel, der blanken,
Wollt’ enden meine Not.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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