Ich wollte, daß ich schliefe
Mit euch in eurer Tiefe,
Weil ihr im Sonnenschein
Bei mir nicht könnet seyn.
Ich wollte, daß ich schliefe
Statt euer in der Tiefe,
Und ihr im Sonnenschein
Statt meiner könntet seyn.
Ihr könntet euch erfreuen
An Frühlings Grün- und Bläuen
Mehr als ich selbst es kann,
Seit euer Traum zerrann.
Es spielt ein froher Knabe
Auf seines Vaters Grabe;
Die Thräne selbst, die fließt,
Ist Lust die er genießt.
Mein Mädchen, und mein Knabe,
Ich könnt′ auf meinem Grabe
Euch froher spielen sehn,
Als über euerm stehn.
Das Gedicht "Ich wollte, daß ich schliefe" stammt von Friedrich Rückert (1788 - 1866).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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