Ich habe geklopft an des Reichtums Haus!
Man reicht′ mir ′nen Pfennig zum Fenster heraus.
Ich habe geklopft an der Liebe Tür!
Da standen schon fünfzehn andre dafür.
Ich klopfte leis′ an der Ehre Schloss;
"Hier tut man nur auf dem Ritter zu Roß."
Ich habe gesucht der Arbeit Dach;
Da hört′ ich drinnen nur Weh und Ach!
Ich suchte das Haus der Zufriedenheit;
Es kannt′ es niemand weit und breit.
Nun weiß ich noch ein Häuslein still,
Wo ich zuletzt anklopfen will.
Zwar wohnt darin schon mancher Gast,
Doch ist für viele im Grab noch Rast.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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