Eine duftende, wohlgerucherfüllte -

Blume nicht, denn ein Spiel für Frau′n sind Blumen;

Eine duftende, wohlgerucherfüllte

Pflanze, solche, die Männernasen kitzelt,

Wie olympische Götternasen Weihrauch,

Ward vom männlichen Freunde mir zu letzter

Abschiedsgabe gereicht vom Reisewagen,

Mir dieselbe zum Opfer anzuzünden,

Und in Liebe dabei zu denken seiner.

Wie die Pflanze sich nennt? Der Pflanze Namen,

Nennt ihn, zierliche Hendekasyllaben!

In der Form, wie der Freund sie mir gereicht hat,

(Am bequemsten ist die zum Nasenopfer,

Weil sie Opfer und Opferherd zugleich ist)

Heißt die Pflanze, die teure Wunderpflanze

Heißt - so sagt′s doch, ihr Hendekasyllaben!

Im landüblichen Kauderwelsch Cigarre,

Doch Glimmstängel berlinerisch verneudeutscht.

 


Das Gedicht "Hendekasyllaben" stammt von   (1788 - 1866).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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