Geboren auf Burg Hülshoff bei Münster in Westfalen, gestorben in Meersburg am Bodensee.
Deutsche Schriftstellerin sowie eine der bedeutensten deutschen Dichterinnen.
Eine Liste der besten Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne (*) hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil.
A
- Abendlied
- Abschied von der Jugend *
- Alte und neue Kinderzucht
- Am Bodensee **
- Am dritten Sonntage im Advent
- Am ersten Sonntage im Advent
- Am Fronleichnamstage
- Am Letzten Tag des Jahres -...
- Am Thurme ***
- Am vierten Sonntage im Advent
- Am Weihnachtstage
- Am zweiten Sonntage im Advent
- An Amalie Hassenpflug
- An die Weltverbesserer
- An Elise
- An Levin Schücking
- An meine Mutter (?)
- Aus den Heidebildern (?)
B
D
- Das alte Schloß **
- Das Autograph
- Das Bild
- Das Fegefeuer des westfälischen...
- Das Fräulein von Rodenschild
- Das Haus in der Heide
- Das Hirtenfeuer
- Das kananäische Weib
- Das Liebhabertheater
- Das öde Haus
- Das Schilf
- Das Spiegelbild *
- Der Brief aus der Heimat
- Der Denar
- Der Fundator
- Der Geierpfiff
- Der Graf von Thal
- Der Graue
- Der Knabe im Moor ***
- Der kranke Aar
- Der Mutter Wiederkehr
- Der Säntis
- Der Schloßelf
- Der sterbende General
- Der Teetisch
- Der Tod des Erzbischofs Engelbert...
- Der Todesengel
- Der Weiher *
- Des alten Pfarrers Woche
- Die ächzende Kreatur (?)
- Die Bank
- Die beschränkte Frau
- Die Elemente
- Die Erzstufe
- Die junge Mutter
- Die Lerche **
- Die Linde
- Die Muschel
- Die rechte Stunde
- Die Schmiede
- Die Schwestern
- Die Stiftung Cappenbergs
- Die Taxuswand
- Die tote Lerche *
- Die Unbesungenen
- Die Vendetta
- Die Vergeltung *
- Die Wasserfäden
E
F
G
H
I
- Im Grase ***
J
K
L
M
P
R
S
U
- Unruhe **
V
W
Einordnung
Annette von Droste-Hülshoff wurde am 10. Januar 1797 auf Burg Hülshoff bei Münster geboren. Sie entstammte einem alten westfälischen Adelsgeschlecht und wuchs, wie ihre 4 Geschwister, in einer katholisch geprägten, traditionsbewussten Umgebung auf. Ihre ältere Schwester Jenny war ihre engste Vertraute und malte mehrere Porträts der Dichterin.
Schon früh zeigte sich ihre außergewöhnliche Begabung: Sie schrieb Gedichte, beobachtete die Natur mit großer Genauigkeit und interessierte sich für Musik, Geschichte und Literatur. Wegen ihrer schwachen Gesundheit erhielt sie überwiegend privaten Unterricht, was ihr zugleich eine ungewöhnlich intensive Bildung ermöglichte.
Ihr Leben verlief äußerlich eher still und zurückgezogen, innerlich jedoch war es von starken Spannungen geprägt. Als Frau ihrer Zeit war sie gesellschaftlich vielen Erwartungen und Beschränkungen unterworfen. Zugleich besaß sie einen wachen, unabhängigen Geist und eine tiefgründige dichterische Kraft.
Ab 1815 litt sie unter schweren gesundheitlichen Problemen, darunter starker Kurzsichtigkeit, Kopfschmerzen und Depressionen, die möglicherweise mit ihrer Schilddrüsenerkrankung zusammenhingen.
Eine frühe seelische Erschütterung erlebte sie durch die sogenannte „Jugendkatastrophe“ (1820): Es handelte sich um eine verhängnisvolle Liebes- und Verleumdungsgeschichte. Annette war verliebt in den bürgerlichen, protestantischen Studenten und aufstrebenden Literaten Heinrich Straube. Entfernte Verwandte der Drostes, die Familie von Haxthausen, integrierte öffentlich mit "Fake-News" gegen die Beziehung, was schließlich zum Bruch zwischen den Liebenden führte.
Diese unglückliche Liebes- und Vertrauensgeschichte erschütterte sie tief und prägte ihr weiteres Leben. Das Trauma veranlasste sie, sich stark aus der Gesellschaft zurückzuziehen. Sie wandte sich verstärkt der Musik und ihrer geistlichen Dichtung zu. Die verarbeitete Erfahrung findet sich in Gedichten wie „Die Taxuswand“ und im Zyklus „Das Geistliche Jahr“.
Die berühmte westfälische Dichterin blieb ihr ganzes Leben lang ledig.
Als ihr Vater 1826 starb, zog sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auf ein kleines Landgut namens Rüschhaus in der Nähe von Hülshoff. Dort führte sie ein eingeengtes, eintöniges Leben, das durch einige Ausflüge an den Rhein und nach Bonn unterbrochen wurde. Ab 1834 folgten kurze Reisen in die Niederlande, Belgien und die Schweiz.
Sie schrieb Gedichte und vollendete, bereits 41-jährig, den schon 1818 begonnen Zyklus "Das geistliche Jahr" (vgl. Am Weihnachtstage), der 1838 erschien – aus Angst vor der Reaktion noch halb anonym. Es ist ein wichtiges Dokument ihrer tiefer Religiosität, in dem aber auch – typisch für die Zeit – die Zerrissenheit des Menschen (vgl. Am Turme) zwischen aufgeklärtem Bewusstsein und religiöser Gläubigkeit gestaltet wird.
Allerdings war diese Lyrik-Sammlung ein Misserfolg bei ihren Zeitgenossen, die Anerkennung erfolgte erst einige Zeit nach ihrem Tod. Heute wird sie als eigenständige, kraftvolle Autorin zwischen Romantik und Realismus gewürdigt. Sie schrieb über Natur (vgl. Im Grase), Religion, Einsamkeit (vgl. Die ächzende Kreatur), Gewissen und Vergänglichkeit (vgl. Letzte Worte), oft in einer Sprache von großer Präzision und Musikalität. Zu den Kennzeichen ihrer Lyrik gehören Sensibilität ohne Sentimentalität und ein fein nuancierter Umgang mit Sprache.
Annette von Droste-Hülshoff und der 17 Jahre jüngere Schriftsteller Levin Schücking (vgl. An Levin Schücking) verband ab 1837 eine enge Dichterfreundschaft und Seelenverwandtschaft. Schücking war für die Dichterin Vertrauter und literarische Muse, deren intellektueller Austausch beide künstlerisch stark beflügelte, bevor die Beziehung durch Schückings Heirat (1843) und einem Streit endet.
Ab 1841 wohnte die Dichterin vorwiegend bei ihrer Schwester Jenny und ihrem Schwager auf Schloss Meersburg (Großherzogtum Baden) am Bodensee (vgl. das Gedicht Am Bodensee). Im Winter 1841/1842 wurde durch ihre Vermittlung ihr literarischer „Ziehsohn“ Levin Schücking dort Bibliothekar.
Droste-Hülshoffs Werk zeichnet sich durch genaue Naturbeobachtung, psychologische Tiefe und eine oft geheimnisvolle, düstere Atmosphäre aus.
In der Familie Haxthausen erzählte man gerne Gruselgeschichten – eine davon, die auf reale Kriminalfälle (True-Crime lässt grüßen ;-) zurückging, verarbeitete die Dichterin zu ihrer berühmten Novelle "Die Judenbuche" (1842). In dieser Kriminal- und Milieuerzählung schildert sie Schuld, soziale Enge und moralische Verstrickung in einem westfälischen Dorf. Die schaurige Ballade Der Knabe im Moor erschien im selben Jahr. Die Gedicht- und Prosasammlung „Letzte Gaben. Nachgelassene Blätter“ (1860; Hrsg. v. Levin Schücking) und „Briefe“ (1877) erschienen posthum.
Am 24. Mai 1848 starb Annette von Droste-Hülshoff in ihrer Wohnung auf Schloss Meersburg am Bodensee, vermutlich an einer Lungenentzündung. Ihre letzten, von ihrer Schwester berichteten Worte sollen gewesen sein: „Ja! der liebe Gott meint es gut mit mir!“ Ihr Grab befindet sich in der Familiengrabstätte Laßberg-Droste zu Hülshoff auf dem Friedhof Meersburg.
Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen die in dieser Gedichtesammlung vertreten sind.
Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.
Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen der bekannten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.
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