′s gibt Gräber wo die Klage schweigt,

Und nur das Herz von innen blutet,

Kein Tropfen in die Wimper steigt,

Und doch die Lava drinnen flutet;

′s gibt Gräber, die wie Wetternacht

An unserm Horizonte stehn

Und alles Leben niederhalten,

Und doch, wenn Abendrot erwacht,

Mit ihren goldnen Flügeln wehn

Wie milde Seraphimgestalten.

 

Zu heilig sind sie für das Lied,

Und mächtge Redner doch vor allen,

Sie nennen dir was nimmer schied,

Was nie und nimmer kann zerfallen;

O, wenn dich Zweifel drückt herab,

Und möchtest atmen Ätherluft,

Und möchtest schauen Seraphsflügel,

Dann tritt an deines Vaters Grab!

Dann tritt an deines Bruders Gruft!

Dann tritt an deines Kindes Hügel!


Das Gedicht "Die Unbesungenen" stammt von   (1797 - 1848).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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